Faschingsmesse

Günther Zgubic verwies mit seiner Bärenmaske auf die Bedeutung von Masken (zur Faschingszeit sowie im Alltag). Hierfür griff er ein tiefsinniges Gedicht aus dem Sonntagsblatt auf (siehe unten). Die Messe verging wie im Fluge - zuletzt kam auch noch der Ausseer Faschingsmarsch zum Zuge.
Die Demaskierung
Im Fasching ist es gern geseh’n, / lustig verkleidet auszugeh’n. / So kann ich nach Lust und Laune / mich verwandeln und ich staune, / was so alles in mir steckt, / das ich selbst noch nicht entdeckt. / Diese Erfahrung nützt uns sehr, / wenn wir sie machen temporär.
Doch manche tragen, es ist wahr, / die Maske gleich das ganze Jahr. / Und sie werden dafür blind, / wer sie selber wirklich sind. / Verbiegen sich, damit sie allen / andern Menschen gut gefallen. / Rücken sich ins beste Licht, / nur ihren Schatten seh’n sie nicht.
Die Fehler, die ich will verstecken, / kann ich beim Nachbarn auch entdecken / und haue polternd auf ihn hin, / obwohl ich um nichts besser bin. / Je mehr ich über andre klage, / desto mehr stellt sich die Frage, / ob ich an ihnen schmerzlich sehe, / was an mir selbst ich nicht ausstehe.
Um nicht den Durchblick zu verlieren, / rät Jesus, mich zu demaskieren. / Ich soll erst in den Spiegel sehen, / bevor ich anfange zu schmähen. / Wer sich kritisch selbst betrachtet, / des andren Macken nicht verachtet. / Vielmehr ist es dann umgekehrt, / sie machen ihn erst liebenswert.
So unterstreicht Jesus ganz dick: / Entscheidend ist der Herzensblick! / Ist er von gutem Geist getragen, / kannst du die Demaskierung wagen.
Alfred Jokesch, Sonntagsblatt